Verliert Europa seine Produktionsfähigkeit, Anna Yona?
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir mit Anna Yona, Gründerin der nachhaltigen Minimalschuhmarke Wildling, über die Textilindustrie.
Textilien gehörten in den 1850er-Jahren zu den frühen Treibern der deutschen Industrialisierung. Die Branche gehörte einst zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Deutschlands. Und heute? Heute fehlt uns zunehmend die Expertise, um Textilien in Deutschland und Europa herzustellen - und dann auch noch möglichst nachhaltig.
Was bedeutet dieser Strukturwandel für kleine Modemarken und welche Branchen sind von der schwindenden Produktionsfähigkeit sonst noch betroffen sind? Wir sprechen drüber!
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Die Minimalschuhmarke Wildling ist offizieller Werbepartner dieser Folge. Hier gehts zum Online-Shop: https://www.wildling.shoes/
Transkript anzeigen
00:00:18: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.
00:00:21: Hungry Minds, Welcome Back!
00:00:23: Heute geht es direkt um eine Branche die uns alle betrifft.
00:00:27: Es geht um die Textil- und Schuhindustrie.
00:00:30: Wir alle tragen Klamotten, und Schuhe – und ich lege auch immer mehr Wert darauf, dass sie nachhaltig und vielleicht sogar in Deutschland oder Europa produziert sind!
00:00:40: Heute soll es deshalb um die Herausforderung gehen, den insbesondere kleinere Marken gegenüberstehen, um diesen Wünschen und teils gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden.
00:00:49: Offizieller Werbepartner dieser Folge ist die nachhaltige Minimalschumarke Wildlinge Anna-Jona zu Gast und will herausfinden, was passiert wenn Europa nachhaltige Produkte will?
00:01:04: Aber eben zunehmend die Fähigkeit verliert diese auch selber herzustellen.
00:01:09: Wir starten mit einem kleinen Deep Dive in die Textilindustrie.
00:01:18: Textilien gehörten damals zu den frühen Treibern der deutschen Industrialisierung.
00:01:23: Allein die deutsche Baumwollspinnerei konnte ihre Produktion zwischen Zentren entstanden unter anderem in Sachsen, Schlesien, Westfalen und im Raum Berlin.
00:01:38: In einzelnen Regionen war die Dominanz enorm!
00:01:42: Im Regierungsbezirk Münster arbeiteten bis zu ca.
00:01:56: Eine zweite Hochphase kam nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere in den neunzehnhundertfünfziger Jahren.
00:02:13: Damit hatte sie sogar mehr Beschäftigte als der Maschinenbau und der Kohlenberg-Bau.
00:02:18: Leute, das ist crazy!
00:02:20: Zusammen mit der Bekleidungsindustrie lag ihr Umsatz bei über den Maschinbau.
00:02:28: Danach setzte zunehmend der Strukturwandel ein.
00:02:32: Produktionen verlagerten sich in Länder mit niedrigeren Kosten während der internationale Wettbewerbsdruck Zunahmen.
00:02:39: Innerhalb weniger Jahre versickerte nahezu eine komplette Industrie im Erdboden.
00:02:46: Und heute?
00:02:47: Heute fehlt um zunehmend die Expertise und die modernen Produktionsmöglichkeiten, um Textilien in Deutschland und Europa so herzustellen wie sich viele Konsumentinnen und auch die Politik es sich eigentlich wünschen.
00:03:02: Anna-Jona von Wildling nimmt uns heute tiefer mit ins Thema.
00:03:09: Weitere Infos zur Wildling und den Link zum Onlineshop findet ihr übrigens in den Schauenogs.
00:03:15: So, jetzt würde ich sagen wir starten direkt!
00:03:18: Ich wünsche euch ganz viel Spaß im Hungry Mindstalk mit Anna-Jona von Wildling.
00:03:27: Und jetzt ist sie mir zugeschaltet.
00:03:29: Hallo Anna, ich freue mich dass du heute hier am Start bist und mit uns in die Fashion Industry bzw.
00:03:36: in die Schuhwelt eintauchst.
00:03:38: Du hast ja eine Minimalschuhmarke gegründet.
00:03:43: Was bedeutet das eigentlich?
00:03:44: Hol uns dadurch erst mal ab, was bedeutet minimal?
00:03:48: Genau also wir nennen das Minimallschuhe.
00:03:50: im Markt wird natürlich auch häufig das Wort Barfußschuher gebraucht.
00:03:54: Das ist ein Schuh an dem nur daran dass etwas wirklich dran sein muss um den Fuß zu schützen und eben möglichst wenig Schuhe damit man damit ganz natürlich laufen kann.
00:04:03: Das hat viele Auswirkungen auf die Haltung, auf die Gangart.
00:04:07: Auf das Wohlbefinden tatsächlich und für uns ist natürlich auch eine Art und Weise zu schauen welche Rohstoffe müssen wir überhaupt verwenden?
00:04:17: Was muss an so einem Schuh dran sein?
00:04:18: was braucht es eventuell nicht.
00:04:21: Das heißt, es ist ein sehr minimalistisches natürliches Design und natürliche Stoffe auch die Veterin verwenden.
00:04:27: Und wie bist du auf das Thema gestoßen?
00:04:28: Also was ist dein Hintergrund und was hast du gemacht bevor Du die Marke ins Leben gerufen hast?
00:04:33: und warum hast Du gedacht, dass brauchen wir eigentlich
00:04:37: Genau, also ich hatte mit Schuhen in meinem vorherigen Leben gar nichts zu tun.
00:04:41: Ich habe eine Ostgeschichte und englische Literatur studiert.
00:04:45: Das hat also weder mit Business noch mit Schuen gemacht.
00:04:49: aber unsere Kinder sind quasi barfußaufgewachsen an meines Sportherapeuts und das ist das gesündeste was wir machen können dass sie eben den Boden unter den Füßen spüren.
00:04:59: diese Sicherheit haben dadurch natürliche Bewegungsabläufe natürlichen Muskelaufbau Genau.
00:05:06: Ich habe in Israel studiert, ich habe in Tel Aviv studiert und habe meinen Mann dort kennengelernt.
00:05:10: Die Kinder sind da geboren und aufgewachsen die ersten Jahre.
00:05:13: Und wir sind dann im Jahr zwei Tausend Dreizehn nach Deutschland gezogen.
00:05:18: Hier konnten die Kinder halt nicht mehr barfuß laufen.
00:05:21: Dann kam eben dieser Moment wo wir ihnen normale Schuhe angezogen haben.
00:05:24: gemerkt haben sie laufen gar nicht mehr so wie vorher.
00:05:26: Sie wollen diese Schuhen auch gar nicht tragen.
00:05:30: Da haben wir gedacht okay... machen wir halt einen Schuh für die, mit dem sie irgendwie richtig weiterlaufen können.
00:05:36: Also ganz natürlich weiter laufen können und da kam so diese Anfangsidee her dann natürlich irgendwie die Erkenntnis okay ist gar nicht so einfach ein Schuh zu machen muss.
00:05:45: noch ein bisschen was wir wissen und können aber auch die Erkennung.
00:05:49: das ist jetzt nicht nur ein Problem was wir haben mit unseren Kindern sondern was sich wirklich durch die westliche Gesellschaft komplett durchzieht.
00:05:55: also wir haben sehr viele gesundheitliche Probleme in der Gesellschaft auch wegen konventionellem Schuhrwerk daraus eine Geschäftsidee entwickelt und das Unternehmen Wildling gegründet.
00:06:06: Und auch in der Herstellung seid ihr dann auf einige Hürden und Herausforderungen getroffen, das ist gerade schon angedeutet?
00:06:12: Wann hast du denn oder wann habt ihr für euch erkannt dass Europa nicht nur ein Kostenproblem hat und mittlerweile natürlich unter Druck steht weil viele Textilien und Schuhe natürlich größtenteils nicht hier Deutschland produziert werden sondern eigentlich auch ein echtes Kompetenz und Infrastrukturproblemen?
00:06:34: Also wir sind am Anfang komplett in Europa gestartet.
00:06:38: Wir haben fast zehn Jahre lang in Portugal produziert ausschließlich, haben auch bei der Auswahl der Materialien sehr auf Regionalität geachtet.
00:06:48: also viele unserer Materialien stammen aus Europa teilweise aus Deutschland Frankreich Italien.
00:06:58: Es gibt dort tatsächlich Probleme in dieser Infrastruktur.
00:07:01: Also teilweise fallen einfach Teile einer Lieferkette weg, also Teile der Produktionsfähigkeit und wir haben zum Teil eben nicht ausreichend in diese Infrastruktur investiert auch was jetzt Innovationen betrifft.
00:07:16: Und wir sind in unserem Bereich sehr spezialisiert auf Textil.
00:07:21: Die klassische Schuhindustrie in Südeuropa ist eigentlich auf Leder spezialisiert.
00:07:25: das eine sehr klassische Leder Manufakturen.
00:07:29: Die haben sich schon auf uns eingestellt und vieles gelernt, also wir haben auch sehr viel zusammen gelernt und zusammen erarbeitet mit unseren Produktionspartnern.
00:07:37: aber sie haben halt nicht in dem Maße jetzt in Textil-Schuhindustrie investiert wie das zum Beispiel jetzt in Vietnam der Fall ist.
00:07:45: Das heißt Wir sind tatsächlich jetzt mit einem Teil unserer Produktion nach Vietnam gegangen vor einem Jahr weil wir dort eine andere Qualität herstellen können.
00:07:55: Also auch eine dauerhaft, also wir sind ja nur sehr nachhaltig aufgestellt und es klingt ein bisschen komisch dass man sagt man geht eben auch aus Nachhaltigkeitsgründen nach Vietnam.
00:08:04: also natürlich hat das auch einen Kostenfaktor.
00:08:06: was ist eben so dass die besser darauf ausgerichtet sind Textilschuhe zu produzieren und damit auch an der Qualität herstellen kann die einfach länger hält.
00:08:16: Spezialisierung bzw.
00:08:18: Welches Skills fehlen denn ganz genau hier in Europa oder auch Portugal?
00:08:23: Also wenn man sich das ja anschaut, dann war die Textilindustrie vor einigen Jahrzehnten wirklich einen blühender Wirtschaftszweig in Europa und auch in Deutschland tatsächlich.
00:08:35: Und da gibt es ja verschiedene Bereiche also Wollwäscherei, Spinnerei, Weberrei.
00:08:41: Was genau haben wir verlernt was für euch eigentlich wichtig wäre?
00:08:46: Genau, also es sind über die Jahrzehnte und teilweise auch Jahrhunderte immer andere... Also erst haben wir uns ganz viel geholt aus anderen Regionen.
00:08:57: Also ganz viel von unserem Wissen kommt ja gar nicht von hier.
00:09:00: Also gerade die ganze Baumwollindustrie kommt ja garnicht von hier.
00:09:05: aber dann haben wir eben hier die Industrie aus unterschiedlichen Gründen.
00:09:10: Also es sind teilweise waren's eben keine Arbeitsplätze, in denen die Leute so nicht arbeiten wollten mehr.
00:09:16: Teilweise hat das was damit zu tun dass wir uns also einfach Arbeitskraft so teuer geworden ist, dass sich das hier nicht mehr gelohnt hat und so zerfällt halt diese gesamte... Wertschöpfungskette so ein bisschen Stück für Stück.
00:09:30: Also wenn wir jetzt einfach das Thema Wolle nehmen, finde ich ganz spannend.
00:09:33: du kannst quasi und wir gehen immer sehr tief rein in diese Lieferkette d.h.
00:09:37: Wir gehen wirklich bis zum Ursprung oder versuchen bis zum Ursprung der Faser zu gehen weil das eigentlich der Moment ist an dem Du den größten negativen oder positiven Impact haben kannst.
00:09:47: Jetzt wird es Beispielwolle.
00:09:49: versuchen wir vor allen Dingen europäische oder sogar deutsche Wollte zu verwenden Und da fängt es schon an.
00:09:55: Also Schafe, die hier in dieser Region leben produzieren eine andere Wolle als ein Schaf das zum Beispiel in Australien lebt.
00:10:03: Die Merino-Schafe kommen eigentlich von hier also die Urmerinowolle kommt von hier und dann wurde das Ganze quasi sehr mit diesem industrialisierten Blick.
00:10:14: Das muss alles gleich bei einer Qualität haben.
00:10:16: Das muss alle bestimmten Standards entsprechen Das muss einem sich änderten Markt entsprechen, wurde quasi die Wolle hier uninteressant.
00:10:25: Die Wollee ist sehr viel rauer und für ein ganz anderes Klima gemacht als zum Beispiel eine Merino-Wolle aus Australien.
00:10:32: D.h.,
00:10:32: die Wolla hier ist uninteressant geworden für die Industrie.
00:10:36: Und da fängt das Ganze dann schon an.
00:10:38: Wir nutzen hier oft Wolles, die sonst einfach weggeworfen wird, weil die Schafe müssen geschoren werden aber die Wollo wird eben nicht mehr verwendet.
00:10:48: Das heißt, das ist schon der erste Baustein, der dann in dieser europäischen Lieferkette wegfällt.
00:10:53: Die Wolle ist gar nicht mehr interessant und dadurch kommt dann quasi wie so Domino-Steine eine Bewegung in Gang.
00:11:01: Dann sind die ganzen Zulieferbetriebe.
00:11:03: Du brauchst ne Wohlwäscherei, du brauchst eine Spinnerei, dann brauchst du die Weberrei.
00:11:08: Und was eigentlich in Europa oft erhalten geblieben ist, sind die hochautomatisierten Fertigungsprozesse also da wo du möglichst wenig Arbeitskraft brauchst Und also so Strickereien zum Beispiel gibt es noch relativ viele, weil das sehr viel hoch automatisierte Produktion ist.
00:11:25: Aber gerade das wo spezialisiertes oder wo du viel Arbeitskraft brauchst oder auch das wo du jetzt zb in der Wollwäscherei du brauchst halt... macht ja keinen Sinn, irgendwie Merino-Wolle aus Australien hier hinzubringen um sie hier zu waschen und dann wieder nach China zu schicken.
00:11:38: Das heißt diese Produktionsweige haben sich komplett verlagert.
00:11:41: also es gibt die globale Wollindustrie läuft von Australien oder Naseeland über China und kommt dann quasi als mehr oder weniger fertiges Produkt her.
00:11:50: Das heißt man kauft dann maximal noch das Garn ein, wenn nicht sogar schon das Text hielt.
00:11:55: Genau und da brechen dann einfach Auftragsgrundlagen weg und damit verschwindet eben auch die Berechtigung.
00:12:02: also wir haben hier in Europa gerade ich weiß ich glaube es sind vielleicht noch drei Wollwäschereien.
00:12:07: Dann gab's eine Flut in Belgien, dann ist die Wäscherei dort auch fast kaputt gegangen und so und das sind dann einfach... Also wenn das wegbricht Die letzten, die es noch gibt.
00:12:17: Die andere sind Moldawien.
00:12:18: Dann gibts den Krieg und kommst du da auch nicht mehr hin?
00:12:20: Dann musst du nach Uruguay.
00:12:21: Das ist dann quasi die nächste Stätte an der du noch Wolle waschen kannst.
00:12:24: Und so kannst du das eigentlich für jede Phase, für jedes Textil rückverfolgen.
00:12:28: Und das sind immer ähnliche Dinge, die dahinterstehen.
00:12:31: Das is total crazy finde ich!
00:12:33: Also dass es nur noch drei tatsächlich gibt.
00:12:36: Wann glaubst du denn oder sind wir schon am Punkt, an dem diese... Veränderung oder beziehungsweise dieser Schwund an Expertise am Ende ja auch eigentlich um unkehrbar ist.
00:12:51: Ja, das ist eine super spannende Frage!
00:12:52: Ich kann die gar nicht so tief stecke ich nicht drin in der gesamten Industrie.
00:12:56: also es gibt die Industrien, die sehr spezialisiert sind und sich halten.
00:13:01: Das geht aber in der Regelrichtung Luxus gütern.
00:13:05: So, das sind teilweise Textilhäuser Also seit Jahrhunderten zum Teil existieren.
00:13:13: Es gibt z.B.
00:13:14: Leinen, Spinnereien und Weber-Reihen die sind komplett ausgebucht.
00:13:20: da kommt man auch gar nicht richtig rein.
00:13:21: also man kann das dann... Das ist eine andere Schwierigkeit.
00:13:25: also die Qualitätshäuser.
00:13:28: aber sie sind dann auch so teuer oder können sich erlauben so teurer zu werden dass es wirklich nur noch für die Luxusgüterindustrie eigentlich funktioniert.
00:13:35: Also ich glaube, das sind so Zweige die können sich halten, sie sind immer relativ stabil aber alles was dazwischen ist ja da genau, dann bricht ein Baustein weg und dann brricht irgendwann diese gesamte Industrie zusammen und das würde ich sagen... Die Gefahr haben wir vor allen Dingen jetzt auch in der Entfertigung der Güter eben aufgrund also verschiedener Bewegungen.
00:14:00: Jetzt in Portugal zum Beispiel Wie gesagt, es war eher auf einer Lederindustrie spezialisiert und dann auch relativ hochwertige, relativ teure Lederschuhe.
00:14:10: So wir sind bei unseren Schuhen für Kinderschuhen sind wir relativ teuer aber wir sind trotzdem eigentlich in dem moderaten Preisbereich Und das also in dieser Preisklasse kannst du dann kaum noch produzieren in Portugal oder in Europa überhaupt.
00:14:26: Dann hast Du die fehlende Innovation eigentlich im Textilbereich, also da wurde dann zum Beispiel nicht in die richtigen Maschinen investiert.
00:14:34: Oder es ist auch eine gewisse Mentalität, ich mag diese Mentalität eigentlich total.
00:14:39: Also wir hatten einen Partner
00:14:40: z.B.,
00:14:41: die unglaublich gut gearbeitet haben, die ganz tolle Qualität gemacht haben und wir haben die gefreut, ob sie mit uns zusammen wachsen wollen.
00:14:51: Also ob Sie die Fabrik größer machen können oder mehr machen können, ob Sie mehr Volumen von uns nehmen können?
00:14:57: Und die Antwort war einfach, wir haben genug!
00:14:59: Wir brauchen gar nicht mehr und ich finde das eigentlich super schön, aber es ist natürlich auch ein Problem.
00:15:05: Wenn du dann eben... Also wenn du einfach in diesen Familiengeführte Betriebe die haben eine gewisse Größe, die sind in der sehr größten ganz gut ausbalanciert was ist natürlich dann auch ein Risiko?
00:15:16: Dann kommen irgendwie ein paar Schwankungen.
00:15:18: also viele Fabriken sind eingegangen in den letzten Jahren auch Und sie haben immer mehr Schwierigkeiten, Arbeitskräfte zu finden.
00:15:26: Was ja auch wieder aus einer positiven Entwicklung kommt.
00:15:29: also es gibt einfach mehr... Gelegenheiten für Menschen jetzt in diesen Regionen Arbeit zu finden oder auch eben die Städte zu gehen.
00:15:35: Also nur Portugal hat einen wirtschaftlichen Aufschwung gehabt, in den letzten Jahrzehnten.
00:15:39: aber damit ist es eben auch schwieriger Menschen zu finden, die überhaupt Lust haben noch an der Fabrik zu arbeiten und damit kommt dann wieder ne das schaffst du dann wieder nur wenn Du die Konditionen veränderst und damit hast Du natürlich dann auch wieder dieses Problem dass Du einfach eine Europa sehr, sehr teuerwürst irgendwann.
00:15:54: Und dann wiederum auch da nur das Luxussegment eigentlich überleben kann?
00:15:59: Ja ich finde es total spannend.
00:16:00: bei Anna wir sprechen ja in deinem Kontext über Schuhe aber die Textilindustrie generell bedient ja auf so viele andere Branchen.
00:16:09: also wenn wir uns überlegen wo überall Textilien dann also in welchen Produkten Textilen dann doch irgendwie mitverarbeitet sind denn sprechen wir hier eigentlich über ganz viele Branchen und ganz viel Produkte ganz viele Bereiche.
00:16:21: Ich frage mich, wir sprechen in Europa häufig darüber dass wir
00:16:28: abhängig
00:16:29: in Sachen Energien oder Chips oder Batterien sind und das das gefährlich ist.
00:16:34: In irgendeiner Art und Weise.
00:16:36: Wir sprechen aber nicht darüber inwiefern Und ob und welche Folgen es haben könnte, wenn wir abhängig sind in Sachen Textilproduktion.
00:16:46: Ich glaube das liegt auch daran dass Textil halt direkt häufig so mit Fashion gleichgesetzt wird und das dann häufig so verniedlicht wird.
00:16:56: Wenn man halt auch ausschließlich an die Modeindustrie denkt.
00:17:00: aber du siehst ja das große Ganze und dir geht es ja darum dass wir generell in Expertise verlieren.
00:17:07: glaubst Du Oder woran glaubst du, liegt das?
00:17:10: Dass wir das nicht richtig auf den Schirm haben und welche Folgen könnte diese Abhängigkeit im Textilbereich in deinen Augen langfristig dann haben für Europa.
00:17:21: Also die Textilindustrie ist tatsächlich riesig.
00:17:23: also ich glaube dass man denkt dann irgendwie an so drei T-Shirts oder so.
00:17:28: aber das ist natürlich eine unglaublich große Industrie und Branche und auch einer die einen krassen Impact hat.
00:17:38: Beunruhigendste an dem Ganzen ist eher dieser kulturelle Umgang mit.
00:17:45: Textil.
00:17:46: Also du kannst an allen Orten der Welt gut oder schlecht produzieren?
00:17:50: So, ich glaube das ist nicht mehr so dass du sagen kannst okay, Europa ist auf jeden Fall gut was die Arbeitsbedingungen betrifft, was die Umgebung betriffe und was die Qualität betriffte, was sie Standards betrifte und Asien zum Beispiel ist auf jedem Fall schlecht.
00:18:04: oder Nordafrika oder wo auch immer du hingehen möchtest.
00:18:07: Du kannst schon an vielen Orten in der Welt sehr vernünftig produzieren zu einem bestimmten Preis Und auch an vielen Orten der Welt, also du kannst in Europa unter sehr schlechten Bedingungen produzieren.
00:18:22: Deswegen glaube ich es... Also was mich eher besorgt ist unser Umgang mit Qualität eigentlich oder mit dem Qualitätsbewusstsein und Qualitäter empfinden.
00:18:32: Dass man halt hingeht und... Ich glaube wir wissen gar nicht mehr, was ein hochwertiges Textil ist.
00:18:40: So, ich glaube die wenigsten von uns.
00:18:41: Also meine Oma würde das noch... also die konnte dir sagen welche Bettwäsche wirklich hochwertig ist und ich habe immer noch Sachen von meiner Oma.
00:18:48: Ich hab dann Sachen geerbt von ihr, die halten immer noch wunderbar
00:18:52: an.
00:18:52: Ja, ich kenne es tatsächlich auch von Jeans-Produkten, also auch Baumwolle ja tatsächlich.
00:19:01: Irgendwo mal auf dem Flohmarkt gekauft, die ist uralt.
00:19:05: Aber sie ist so stabil und die ist so dick und man merkt wirklich welche Kraft dieses Textil diese Baumwolle hat im Vergleich zu anderen Jeans, die ich habe Jeans Hosen Die halt so dünn sind und es ist sehr dasselbe Ursprungsmaterial.
00:19:20: Es ist beides Baumbolle.
00:19:21: aber die Art und Weise wie es dann verarbeitet wurde Da liegen Welten zwischen wirklich.
00:19:28: Und das ist natürlich dann auch der Grund, warum Jeans dann die so dünn sind häufig durchribbeln oder beim Fahrrad fahren, dass dann irgendwie Stellen am Po oder zwischen den Beinen dann irgendwann halt aufsind und man sich dann logischerweise wieder eine neue Jeans kauften muss.
00:19:46: Total!
00:19:47: Also ich glaube da liegt das größte Problem in dieser Kurzlebigkeit der Dinge.
00:19:52: Also dieses, ja man kauft den T-Shirt um die nach fünf Wäschen sieht das nicht mehr so aus.
00:19:56: also es muss nicht sein und ich glaube wir haben uns daran gewöhnt dass er denkt naja okay ich habe es halt auch fünf mal gewaschen.
00:20:02: klar ist die Farbe raus ist ausgeleiert wird's irgendwie dünner fängt an irgendwie die Form zu verlieren.
00:20:09: Das muss nicht sein und ich glaube, das ist eher was wo ich es gerade spannend finde zu sagen.
00:20:15: Wie kommt man denn da hin?
00:20:17: Also wie kommt man hin zu einer langlebigen guten Qualität?
00:20:21: Und da sehe ich tatsächlich grade... also wie gesagt, da gibt es Teile in Europa die darauf schon noch spezialisiert sind.
00:20:29: Das ist aber dann oft nicht zugänglich für viele Menschen.
00:20:34: Es gibt auch in Asien sehr Also schon, glaube ich ein großes Qualitätsbewusstsein an.
00:20:41: Asien klingt immer sehr generalisierend.
00:20:43: Aber du kannst dort Schonfabriken finden die im sehr hohen Qualität produzieren und das ist eher... Ich weiß nicht ob man in dieser globalen Betrachtung, also ob wir eigentlich eher einen anderen Umgang schaffen müssen.
00:21:02: Was kaufe ich?
00:21:03: Zu welchem Zweck, warum?
00:21:05: Wo kommt das her?
00:21:06: Also ein T-Shirt für fünf Euro... Es hat ja alles einen Impact.
00:21:11: Das sind Fasern, die sind irgendwo angebaut worden.
00:21:15: Die können halt zu diesem Preis nie im Leben vernünftig angebaut verarbeitet worden sein.
00:21:23: Genau, ich glaube das ist es eher wo wir ein Schiff hinbekommen müssten.
00:21:26: Dass man sich vielleicht auf so ein mittleres Segment auch verstärkt und ich glaube da könnte Europa total stark werden Und das muss aber jetzt also wenn das nicht bald passiert dann werden wir halt diese Industrien nicht mehr haben.
00:21:41: Also das ist einfach Das ist schon ein gesamtgesellschaftliches Thema und genau Es wird dann in Deutschland dann in die Autoindustrie investiert und versucht diese Industrie mit zu sein.
00:21:54: Die sind aber ja auch, also die stehen auch nah am Abgrund mittlerweile so und ich glaube wir brauchen ein anderes Innovationsverständnis.
00:22:03: Wir müssen schneller bestimmte Dinge antreiben können.
00:22:06: auf der anderen Seite glaube ich müssen wir uns auch so ein bisschen drauf besinnen was sind denn eigentlich Dinge die wir eigentlich richtig gut können sollten?
00:22:12: So und dann vielleicht ein bisschen gezielter diese Dinge wieder aufbauen.
00:22:17: Aber wie gesagt, wir haben das lange versucht genau das zu fördern.
00:22:23: Wir haben bestehende Partnerschaften die wir aufgebaut haben an denen wir festhalten.
00:22:27: aber wir haben gerade einfach auch wirtschaftlich nicht die Möglichkeit jetzt weitere Partnerschafte aufzubauen.
00:22:32: Und am Ende des Tages hat ihr auch nur ein kleines Rädchen in dieser großen Bronze und also es muss ja... durch mehrere Inbewegungen kommen.
00:22:42: Lass uns aber mal nach Vietnam reisen, ihr habt euch dazu entschieden dort auch zu produzieren und du hast eingangs schon gesagt dass es auch ein Nachhaltigkeitsfaktor in Vietnam gibt, den viele so gar nicht auf dem Zettel haben.
00:22:54: Nimm uns da mal mit was meinst du damit genau?
00:22:58: Genau also wir sind... Wir haben angefangen uns nach anderen Produktionsstätten umzusehen.
00:23:07: Ausschlaggebend war immer, wir möchten eine gleichbleibende oder bessere Qualität zu einem etwas geringeren Preis.
00:23:16: Wir müssen nur schauen dass wir also zumindest bei gleich bleibenden Kosten als es einfach immer teurer geworden in Europa und Portugal zu produzieren.
00:23:23: Wir haben diese Kostensteigerung lange nicht weitergegeben an unsere Kundschaft.
00:23:30: Wir möchten einfach erschwingen nicht bleiben als Produkt und deswegen war das dann quasi die einzige Möglichkeit, die wir hatten, zu sagen wie können wir den Produktionskosten senken bei gleichbleibender bzw.
00:23:41: sogar besserer Qualität?
00:23:43: Und ich fand es dann sehr spannend weil ich natürlich auch irgendwie ein bestimmtes Bild hatte von Wie ist das sein in Asien zu produzieren Und was bedeutet das zum Beispiel auch für Qualität?
00:23:55: Also mein Eindruck war schon oft, dass etwas aus Europa kommt hat eine bessere Qualität als es aus Asien kommt.
00:24:02: Das war sehr überraschend.
00:24:03: also wir haben dort Partner gefunden die sowohl in der Schuhrentwicklung einfach eine ganz andere Innovationskraft mitbringen als auch jetzt in der Fabrik dann eben entsprechend einfach Fähigkeiten haben weil sie auf Textilschuhe spezialisiert sind.
00:24:20: ne ganz anders Also die Schuhe ganz anders zu fertigen, eine viel gleichbleibendere höhere Qualität zu erzeugen.
00:24:29: Zum Beispiel was so etwas betrifft wie die Sohlen also dass sie sich hinterher nicht ablösen.
00:24:34: das sind im Prinzip einfache Maschinen die dafür sorgen können aber die werden halt gebraucht.
00:24:40: wenn du die nicht hast dann musst du das quasi händisch manuell machen und kann nie die gleichbleibende Qualität erzeugen.
00:24:48: Das sind Themen, die dann letztendlich bedeuten dass wir ein Schuh haben der eine gleich bleibendere Qualität hat.
00:24:55: das heißt wir haben weniger Ausschuss natürlich auch eine höhere Zufriedenheit bei unserer Kundschaft an dieser Stelle und die Schuhe halten länger, was ja auch ein total wichtiges Nachhaltigkeits-Thema ist.
00:25:08: Wie lange kann ich diesen Schul enttragen?
00:25:11: Genau und deswegen haben wir uns entschieden eben da den neuen Partner mit aufzunehmen.
00:25:16: Und gleichzeitig sterben in Deutschland viele kleine Betriebe auch weil sie keine Nachwuchskräfte mal finden.
00:25:25: Also auf der einen Seite ist es, glaube ich ein Übernahmeproblem, dass das schwierig ist gerade für die Familienbetriebe dafür zu sorgen, dass dann noch irgendjemand nachkommt, der den Betrieb auch führen möchte und gleichzeitig ist es auch ein Ausbildungsproblem, dass es eben immer weniger junge Menschen gibt, die diese Fähigkeiten erlernen wollen aber wendern ihm in den nächsten Jahren die Baby Boomer Generation vollständig in Rente geht.
00:25:50: Das ist ja in dem Bereich hat, dann kann ja gar kein Wissenstransfer mehr stattfinden um dieses Wissen eben zu sichern was du gerade angesprochen hast und das dann mit der Innovationsfreude zu paren irgendwie.
00:26:07: Wie glaubst du denn könnten wir grade junge Menschen für diese Branche wieder begeistern?
00:26:12: Und dass sie denken hier doch es ist durchaus eine Branche die auch in Deutschland, die auch Europa Zukunft hat und nicht nur in Asien.
00:26:21: Ja, also das ist echt ein schwieriges Thema.
00:26:23: Also dass es zum Beispiel jetzt in Asien und Vietnam... Das ist eine für die örtlichen Verhältnisse sehr gut bezahlte Arbeit an der Schuhfabrik Und die Leute sind... Es ist eine sehr, sehr begehrte Arbeit.
00:26:37: In dem Moment wo du diesen Job landest kannst du für dich und deine Familie wirklich einen Unterschied machen.
00:26:43: Die Leute wohnen dort vor Ort, also die wohnenden in der Stadt kommen zur Arbeit.
00:26:48: Arbeiten dort gehen wieder nach Hause.
00:26:49: Familie hat einen sehr hohen Stellenwert und ihre Arbeit in der Fabrik macht ein Unterschied für die wirtschaftliche Zukunft von ihnen selbst aber auch ihrer Familie.
00:27:01: Das ist natürlich in Europa nicht der Fall.
00:27:04: Also eine Arbeit in einer Schubfabrik oder einer Strickerei oder irgendwo das wird dir keine großen Zukunftsperspektiven eröffnen.
00:27:15: Deswegen ist jetzt zum Beispiel auch in Portugal mit den neuen Perspektiven, die geschaffen werden durch einen wirtschaftlichen Aufschwung wird diese Arbeit für Menschen, die dort geboren sind uninteressant.
00:27:27: also die haben immer gesagt da in der Gegend sie sind im Schuhkarton geboren.
00:27:30: das ist einfach Generationen die dann einfach ganz automatisch in die Schuhindustrie gehen.
00:27:36: Und jetzt kommen andere Perspektiven dazu, die Leute gehen eben weg aus der Region oder machen auch in der Region andere Dinge.
00:27:42: es gibt e-Commerce also nur man kann auch in ländlichen Regionen einfach mal hat einen ganz anderen Zugang zu Opportunitäten und damit sinkt das Interesse an einer.
00:27:52: und das ist also so eine monotone anstrengende Arbeit Arbeit, die sich viele Menschen wünschen.
00:28:00: Das sind unterschiedliche Themen.
00:28:02: Also dass dieses Thema Arbeitskraft jetzt einfach an der Maschine... Was ist die Zukunft davon?
00:28:09: Es ist tatsächlich einfach dahin zu gehen, wo so eine Arbeit auch eine Chance ist für Menschen, ...für die nächste Generation auch eine andere Situation zu schaffen.
00:28:17: oder ist es die Automatisierung, die wir brauchen eigentlich an dieser Stelle?
00:28:21: oder muss man die Arbeit an sich so viel spannender und interessanter machen, dann bist du aber direkt einem ganz anderen Kostenfaktor wieder.
00:28:28: Also es sind so... Muss man wirklich schauen wie man das macht?
00:28:32: Und was du gerade noch angesprochen hast dieses Thema Wissensverlust.
00:28:37: also wir haben jetzt zum Beispiel in Frankreich ein Partner mit dem wir seit vielen Jahren zusammenarbeiten.
00:28:43: Die haben, also den ging es darum französischen Hanf und Leinen anzubauen.
00:28:49: Und in Fasern zu verarbeiten.
00:28:51: Also genau diese Fertigung auch wieder nach Frankreich zurückzubringen.
00:28:56: Ein großes Thema war das man Hanf gar nicht verarbeiten konnte mehr.
00:29:00: Das ganze Wissen war verloren gegangen die Maschinen, also nur die Fertigungsmethoden waren verloren.
00:29:06: Das heißt sie haben erst mal auch wirklich Maschinbaubetrieben um diese Maschine wiederherzustellen Und haben eine alte Weberei gekauft, die quasi jetzt nicht mehr übernommen werden wollen.
00:29:20: Also wo es keinen Nachfolger gab und haben dann auch die zwei Wissensträger aus dieser Weberei quasi mit übernomen, die jetzt im jungen Team von um die dreißigjährigen also so sieben acht Leute da arbeiten ihr Wissen vermitteln.
00:29:37: Und das Ganze funktioniert, weil es eine Kooperative ist.
00:29:39: Das heißt, es ist ein bisschen anderes Konzept und gehört allen Gleichzeilen.
00:29:43: Also gleichermaßen verdienen auch alle dasselbe, egal welchen Job sie haben aus dem Büro sind oder eben dort in der Weberei.
00:29:51: Es ist sehr schwer!
00:29:52: Wir haben die jetzt über Jahre begleitet, wir haben viel mitfinanziert und letztendlich stehen die machen ganz tolle Stoffe rückverfolgbar bis auf die Faser ganz viel Aufbau geleistet und sie haben einfach keine Abnehmer für diese Textilien, weil die halt ein Ticken teurer sind als andere Textilie-Design müssen.
00:30:13: Und das ist einfach so... Also da könnte jetzt wieder was in Gang kommen aber das ganze System ist halt ins Wanken gekommen.
00:30:20: Das kommt eben auch ins Banken durch super stark zentralisierten Ströme, die wir haben.
00:30:27: Also diese globalisierte Textilindustrie, wo sich letztendlich ein paar globale Player total rausarbeiten und die Konditionen bestimmen für alle anderen mit.
00:30:37: Wir gehen weg von einer Diversifizierung, von der Regionalisierung halt hin zu einer Globalisierung und dann eben die Paar... also das hast du in jedem Bereich.
00:30:46: Das hast du im E-Commerce, das hast Du überall Wahrscheinlich Dinge, die nur eine Politik mit einer Rahmengebung eigentlich beackern kann.
00:30:56: Das kannst du aus dem System heraus... Wie gesagt also wir haben es versucht und mit denen auch zusammen und das sind alles total engagierte passionierte Leute Und Du kriegst es nicht ins Laufen Aus dem System heraus Nicht in der schwierigen, ne?
00:31:08: In einer krisenbehafteten Umgebung.
00:31:10: So Welche Rahmenbedingungen würdest du dir denn da jetzt konkret wünschen?
00:31:14: Also es gibt ja auf der einen Seite des Lieferkettengesetz Aber dass ist es ja nicht in dem Kontext.
00:31:20: Welche Rahmenbedingungen bräuchten wir?
00:31:23: Ja, also du müsstest schon sehr weit gehen.
00:31:26: Also du müsst es eigentlich... ...müsstest du das System von innen heraus umstricken.
00:31:33: Du müsstest andere Dinge fördern zum Beispiel Regionalität, zum Beispiel solche Initiativen.
00:31:39: Natürlich gibt es dann auch Malfördergelder für so etwas aber das sind halt immer einzelne Projekte, einzelne Dinge, sehr viel Bürokratie.
00:31:48: Das heißt du musst es eigentlich ein System schaffen In dem, also aus meiner Sicht ist quasi der größte Hebel sind die Preise so und wahre Preise in die eingepreist es was vorher reingegangen ist in dieses Produkt.
00:32:03: So du müsstest eigentlich alles was quasi ein sagen wir positiv gesellschaftliches Leben eine Regionalität ne Diversifizierung ne Nachhaltigkeit.
00:32:14: Alles was das positiv beeinflusst sollte hinterher sozusagen Stück für Stück günstiger werden.
00:32:20: Und alles, was hohe Kosten verursacht.
00:32:22: Ja?
00:32:23: Weil es eben... weil du fängst bei einer Massentierhaltung an und du hast schlechte Arbeitsbedingungen, du hast eine große lange Transportwege oder es wird per Flugzeug transportiert und und und.
00:32:33: So das müsste.
00:32:34: also jede Ressourcennutzung oder jeder negative Impact auf die Gesellschaft müsste halt höher bepreist werden.
00:32:39: Das heißt du kommst hinterher darüber dann dazu dass entweder zwei Produkte mindestens mal den gleichen Preis haben Also, dass du halt einfach weil die Kosten mit eingepreist sind oder sogar und das wäre natürlich toll.
00:32:53: Dass das nachhaltigere Produkt also nachhaltigt im ökologischen wie im sozialen Sinne, dass dieses Produkt einfach günstiger ist.
00:33:02: So dann hast du ein System gebaut in dem genau das halt befördert wird.
00:33:07: Das wäre möglich aber es ist natürlich eine riesige Systemänderung.
00:33:13: Punktuell keinen Sinn, sondern es muss eigentlich global gedacht sein.
00:33:16: Ja das ist total spannend und ich möchte an dieser Stelle mal auf eine andere Podcast Folge von uns verweisen.
00:33:21: und zwar gibt es eine Folge die haben wir vor Jahren aufgenommen zu der Frage Warum Lebensmittel immer teurer werden?
00:33:29: Und damals habe ich mit Azubis gesprochen, die sich einfach gegen Gemüse mehr leisten konnten und keinen Obst.
00:33:34: Weil alles so extrem teuer wurde und sie wirklich jeden Euro dreimal umdrehen mussten.
00:33:40: In dem Kontext habe ich auch mit einer Forscherin gesprochen, Auch mit der Frage beschäftigt, wie teuer sollten denn eigentlich die nicht so nachhaltigen Lebensmittel sein im Vergleich zu den Nachhaltigen?
00:33:56: Und sie hat vorgerechnet, wie Teuer zum Beispiel ein Stück Rindfleisch wirklich sein müsste.
00:34:03: Welchen Preis wir ja nicht nur an eine Ladentheke zahlen sondern auch als Gesellschaft weil halt je nach Fleischproduktion gewisse Nachhaltigkeitsfaktoren uns weiter eben nichts miteinbrechendet werden.
00:34:15: aber wir zahlen schon diesen Preis.
00:34:18: Er steht nur nicht auf dem Preisschild, aber wir zahlen ihn.
00:34:22: und an dieser Stelle möchte ich nochmal auf diese Folge verweisen die nämlich auch sehr spannend ist und eigentlich genau das wissenschaftlich untermauert was du gerade noch mal gesagt hast und dass wir eben anders bepreisen müssten.
00:34:36: Lass uns mal über das Lieferkettengesetz sprechen.
00:34:41: Auch das setzt ja gerade kleinere Betriebe hin und wieder schon irgendwie Unterdruck.
00:34:47: Vielleicht fangen wir ganz vorne an.
00:34:48: Was ist das Lieferketten-Schutzgesetz genau?
00:34:53: Genau, also es gibt die neue Bedingung, dass eben Verantwortung übernommen werden muss vom Herstellen von der Marke oder von dem in Auftraggebenden Betrieb für die Produktionsstätten in der Lieferkette, die diese Produkte, diese Erzeugnisse produzieren Nicht nur im Ers, also nicht nur zum Beispiel die Netz für uns.
00:35:21: Die Fabriken, die die Schuhe produzieren, sondern eben auch für die Fabrike, die dahinter stehen, die eben die anderen Materialien und so weiter in dieses Produkt mit reingehen.
00:35:32: Und das klingt erstmal... Logisch und auch erstmal einfach, es ist tatsächlich relativ komplex.
00:35:38: Weil je nachdem wie komplexes Produkt ist und wie lange diese Ketten dahinter sind, sind dann sozusagen diese unterschiedlichen Stufen in die man da quasi in die Lieferkette reingehen muss schon teilweise gar nicht so leicht nachzuvollziehen eben schwierig jetzt auf einmal quasi alles nachzuverfolgen und Transparenz zu machen, um dafür zu sorgen dass entsprechende Standards eingehalten werden etc.
00:36:03: Ich finde es ein sehr wichtig Schritt das wir das machen so.
00:36:07: Es gibt einige Unternehmen die sowieso das von Anfang an gemacht haben.
00:36:12: für die ist es gar nicht so schwierig.
00:36:14: aber wenn man klassisch wirtschaftet in dem Bereich dann muss man erstmal sehr viel Recherche Arbeit leisten Das ist schon der Fall und dann eben auch mit all diesen Produktionsstätten in Kontakt treten oder also zusehen, dass bestimmte Bedingungen eingehalten werden.
00:36:35: Ich glaube das ist vor allen Dingen für Betriebe schwierig die das klassisch nicht gemacht haben bis dahin Und es wäre jetzt zum Beispiel unserer Industrie.
00:36:44: Es ist normal, dass man zum Produktionspartner geht Also einer Fabrik.
00:36:49: Eventuell hat man noch einen Agenten dazwischen, dann geht der sogar zur Fabrik.
00:36:52: Also dann habe ich nur eine Person mit der ich spreche.
00:36:54: ist es der Agent, der sucht jetzt quasi die Fabriken aus und da werden Aufträge platziert.
00:37:00: also ich will weiß ich nicht denn Shoe X das Modell fünf tausend mal in Farbe blau so und dann gibt's so ein Pack von...also meistens so einer Art Vertragsgegenstand indem steht was da alles nicht drin sein darf und wie das alles gemacht werden muss.
00:37:15: Aber der Produzent selber hat eine Einkaufsabteilung und kümmert sich quasi um die Beschaffung aller Rohstoffe, also allermaterial nicht der Rohstoff sondern alle Materialien, die in diesen Schuh verarbeitet werden.
00:37:26: Das heißt wenn ich klassisch arbeite weiß eigentlich nur, wer mein Agent ist unter Umständen, nicht mal die Fabrik Und dann weiß ich auf gar keinen Fall, wo die Fabrik jetzt welche Sachen herbekommt.
00:37:36: Die arbeiten in der Regel auch mit Großhändlern.
00:37:40: Also es sind immer Schritte, die immer weniger Transparenz reinbringen und dann wird das sehr komplizierten Schuh... Ich habe in einem Schuh eine Sohle.
00:37:49: Da sind Materialien drin.
00:37:50: Oft wissen die Marken gar nicht, was da eigentlich drin ist in der Sohle.
00:37:53: Das interessiert sie gar nicht.
00:37:55: Ja, Sie haben vorher gesagt das und es darf nicht drin sein.
00:37:57: Die Regulierungen müssen wir irgendwie einhalten aber ansonsten ist mir egal, was darin ist.
00:38:02: so macht's ordentlich.
00:38:04: Was ist drin?
00:38:04: In so einer Schusohle häufig zu finden?
00:38:08: Es ist ja ein Kunststoff meistens.
00:38:10: Genau also das sind sehr unterschiedliche Kunststoffzusammensetzungen, du kannst einen Synthetik-Gummi drin haben.
00:38:17: Es kann Polyurethan sein und TPU als es gibt unterschiedliche Fertigungsmethoden, unterschiedliche Arten von Kunststoffen.
00:38:24: Also eine flüssig erhitzbare Kunststoffe die irgendwo eingespritzt werden oder eben Gummi was dann erhitzt und vulkanisiert wird.
00:38:31: Und da gibt das ganz ganz ganz unterschiedliche Zusammensetzung.
00:38:37: Wir arbeiten an der Stelle mit meinem Vater zusammen.
00:38:41: Er war Biologie und Chemielein... weil wir nämlich gesagt haben, wir können das gar nicht beurteilen.
00:38:48: Wir wissen nicht ob ein SBR oder einen ESR oder also nur was jetzt eigentlich besser ist... Polyuretan, wie wird das eigentlich hergestellt?
00:38:57: Und dann hast du die Momente wo das Material hergestellt wird.
00:39:00: Die unter Umständen auch schädlich sein können.
00:39:03: Du hast die Momante wo ein Abrieb erzeugt wird der potenziell gefährlich sein kann.
00:39:08: Du hasst einen Moment wo es irgendwie recycelt werden kann oder auch schlechter recyclet werden kann.
00:39:12: also ist wirklich ein super... Also allein das Thema Sohlen ist super komplex.
00:39:17: Deswegen haben wir dann meinen Papa eingestellt und gesagt so, du musst uns helfen hier irgendwie zu verstehen.
00:39:22: Was ist da überhaupt drin?
00:39:23: Was ist besser?
00:39:24: Was lässt sich besser risken?
00:39:25: also was ist eigentlich nachhaltiger?
00:39:26: Was is die nachhaltigste Option für uns?
00:39:28: Und dann musst du halt viele Dinge beachten.
00:39:30: Also wie lange hält das Zeug letztens?
00:39:32: schnell abhalten?
00:39:34: Wie wird es hergestellt?
00:39:35: gibt es dabei irgendwelche giftigen Stoffe die entstehen.
00:39:38: Wie schadstofffrei ist es quasi wenn's fertig ist?
00:39:40: Lässt es sich recyceln lassen sie sich wieder ablösen usw.
00:39:43: Da gibts wirklich viele Bedingungen.
00:39:46: Es gibt auch Naturgummi, der mit drin sein kann.
00:39:49: Du kannst andere teilweise auch biologisch basierte Materialien mit in diese Sohlen reingeben.
00:39:56: aber es ist eben das ist Chemie.
00:39:58: also selbst ein Naturgummy muss so behandelt werden, dass es hinterhaltbar ist.
00:40:01: Das ist auch nicht mehr natürlich in dem Sinne.
00:40:03: Also jetzt auch keine reine Natur wenn du davon Abrieb hast.
00:40:06: das ist auch noch nicht perfekt.
00:40:07: also der lässt sich auch nicht wieder richtig abbauen.
00:40:09: Es ist ja auch häufig etwas was so gerne gegrinwashed wird und dann marketingmäßig nach außen getragen wird zum Beispiel auch bei Bambusfasern.
00:40:18: Dass da gesagt wird, ja Bambuss gibt es on mass quasi und das wächst schnell nach.
00:40:23: Und deswegen ist es total gut, aber die Faser wird so stark behandelt damit sie überhaupt zu einem Garn also zum Textil wird, dass es am Ende des Tages überhaupt nicht mehr nachhaltig und gut ist.
00:40:37: Total!
00:40:38: Also ich finde es ein unglaublich spannendes Feld, aber es ist auch richtig ein Nerd-Feld.
00:40:44: So kannst du ja richtig einbuddeln.
00:40:49: Was ist denn jetzt am nachhaltigsten?
00:40:50: Die ist halt nicht mit, also auf jeden Fall das oder auf jeden fall dass.
00:40:53: Sondern du hast nur ganz viele Perspektiven aus denen du draufschauen musst.
00:40:57: Aber genau!
00:40:57: Also das heißt du gehst in der Regel geht man zum Agenten, der läuft los und besorgt das ganze Zeug so und du kriegst es hinterher und hast halt nur, weiß ich sag x-prozent Ausschuss haben.
00:41:07: Es muss die und die Standards erfüllen.
00:41:10: So den Rest weiß ein normaler Hersteller nicht.
00:41:13: Und wenn man sich jetzt auch vorstellt, du hast nicht nur eine Schuh-Kollektion oder Kleidungskollektionen.
00:41:18: Du hast noch dies und das.
00:41:19: Es wird einfach unglaublich komplex!
00:41:21: Ich meine da sind Garnet drin.
00:41:23: Da sind Knöpfe dran.
00:41:25: Also bei uns sind Ösen, Senkel, irgendwelche anderen Teile, einen Schaum irgendwo drin.
00:41:31: Das heißt, du musst dein Produkt schon sehr gut kennen... um zu wissen, was da alles drin ist.
00:41:35: und wir sind halt von Anfang an richtig in die Beschaffung mit eingestiegen.
00:41:40: Also wir haben ein eigenes Beschaffungs-Team und haben da sehr viel Arbeit reingesteckt in den letzten Jahren diese Lieferketten zum Teil auch von der Pieke mit aufzubauen, aber auf jeden Fall auch zu kennen.
00:41:52: Das heißt für uns war es jetzt gar nicht so dramatisch das alles noch mal also das alles zu dokumentieren selbst das ist dann viel Arbeit.
00:41:58: Aber wenn du das nicht machst von Anfang an, dann wird's halt super unübersichtlich und dann ist erst mal echt ein Brockenarbeit.
00:42:04: Arbeitet ihr denn mit einer Agentur zusammen oder einem Agenten zusammen?
00:42:09: Genau wir haben einen Agent in Portugal Also ein kleines Team, mit dem wir jetzt schon seit vielen Jahren zusammenarbeiten.
00:42:18: Der für uns dann die Produktion mitgemanaged und koordiniert hat Qualitätskontrollen gemacht in der Produktion auch Vorschläge gemacht hat für... Wir haben ein spezielles Produkt.
00:42:28: welche Fabrik könnte passend sein?
00:42:30: Aber wir sind eben trotzdem, also wir kennen dann sowohl die Fabriken.
00:42:33: Wir haben mit denen auch Workshops gemacht, auch mit den Teams und so.
00:42:36: Wir hatten teilweise Fabricken – das ist jetzt nicht mehr der Fall – aber wir hatten Fabriksen, die quasi exklusiv mit uns gearbeitet haben.
00:42:41: Das heißt, wir haben sie quasi komplett ausgelastet.
00:42:44: Und es war dann wirklich so ein erweiterter Teil unseres Teams.
00:42:48: Also wir kannten auch die Leute vor Ort oder die Mitarbeitenden vor Ort usw.
00:42:52: Und wir haben halt von Anfang an alle Materialien selbst besorgt.
00:42:56: Das heißt, wir haben den Fabriken dann alle Materialien zur Verfügung gestellt mit denen sie hinterproduziert haben.
00:43:01: Wir kannten schon jedes Material was in die Schuhe reingeht.
00:43:04: Wir wussten wo das herkommt und wie gesagt bei den wichtigen Materialien eben sogar die Weberrei, die Spinnerei, die Wäscherei... ...das Schaf auf der Weide.
00:43:15: Aber man muss ja wirklich mal nennen dass es tatsächlich eine Seltenheit einfach weil diese Produktionsstätten, die ganzen Fabriken.
00:43:24: Das ist ja so ein gut gehütetes Geheimnis gerade in Europa und häufig lassen hier auch die Agenten gar nicht zu dass da irgendwie einen Kontakt oder ein konkreterer Austausch mit den Fabrikan selbst entsteht weil das dann ja auch irgendwie deren Geschäft kaputt machen würde, ne?
00:43:41: Weil die Agentin halt die Schlüssefiguren sind in dieser Branche sonst kommt man da gar nicht rein, sonst weiß man gar nicht wo überhaupt was produziert wird Blackbox ist.
00:43:52: Also man muss dazu, also das will ich noch mal sagen dass es halt so schwierig ist für Marken diese ganzen Gesetze und Vorgaben umzusetzen wenn eigentlich die Branche an sich extrem intransparent ja ist und nur aus Kontakten von besteht.
00:44:10: ne?
00:44:12: Das stimmt Das stimmt und das ist natürlich auch eine anlassherum gesehene Gefahr für deren Geschäftsmodell, wenn alles offen gelegt ist.
00:44:20: Dann kann man theoretisch eben das auch umgehen.
00:44:23: Da gibt es dann teilweise aber auch ein Vereinbarung mit krassen Strafen, wenn man hinterher selbst und keine Ahnung... Das erleben wir jetzt auch gerade in Asien, dass wir eben keinen direkten Kontakt haben zu... also nicht zur Fabrik.
00:44:34: Da wissen wir genau wo es produziert wird aber eben zu den Materiallieferanten.
00:44:38: dann zum Teil die jetzt... Also wo's keinen Sinn macht jetzt Material aus Europa dorthin zu bringen und Das hat aber auch viel mit Vertrauensaufbau zu tun.
00:44:46: Wir wollen es ja nicht denen jetzt wegnehmen, sondern wir wollen einfach nur wissen wer steckt dahinter und wie gehen wir damit um?
00:44:53: Und wie gesagt also wir müssen's auch wissen so ist das ja unsere Pflicht.
00:44:57: was würdest du denn sagen?
00:44:58: also wo liegt euch die Politik aktuell?
00:45:02: eher Steine in den Weg und wo wird es schwieriger gerade auch für kleine Brands, die sie eigentlich gut machen wollen?
00:45:09: Und wo müsste eigentlich die Politik noch strenger, noch genauer hingucken und eigentlich die Regularien noch höher fahren einfach damit der Nachhaltigkeitsfaktor tatsächlich beachtet wird.
00:45:24: Ja also ich glaube jetzt in dem Rahmen, indem wir uns gerade bewegen mit dem Anspruch oder mit der Rolle die wir der Politik dazu schreiben wird schon viel gemacht.
00:45:34: Also Lieferkettengesetz, Anti-Greenwashing-Gesetz so das kommt dann immer mit einem... Also es kommt immer mit Aufwand.
00:45:41: Also selbst wenn man die Dinge schon beachtet kommt es immer mit aufwand.
00:45:44: Das ist natürlich auch eher ein On Top.
00:45:46: jetzt noch was machen müssen und gleichzeitig ist es eben gut dass wir alle in die Pflicht genommen werden.
00:45:56: Also ich glaube halt so eher noch mal zu dem Punkt von eben, eigentlich müssen wir was im System ändern.
00:46:01: Wir müssten eigentlich was daran ändern wie wir besteuern im Prinzip also wie wir positive Auswirkungen auf die Gesellschaft besteueren, wie wir negative Auswirkung auf die gesellschaft besteuert Wie wir Rohstoffe besteuerten und wie wir Arbeitskraft besteuern.
00:46:16: Superhoher Steuersatz ist auf Arbeitskraft.
00:46:21: Das hat Auswirkungen auf wie man zusammenarbeitet, unter wie viel Druck man eventuell zusammen arbeitet.
00:46:25: Welche Themen man sich leisten kann und welche Themen man nicht leisten kann.
00:46:29: Und gleichzeitig ist die Steuersatzaufruhrstoffe super gering.
00:46:35: Ich glaube, man müsste wirklich im System... Einmal sagen was ist eigentlich das Zielbild?
00:46:40: Wie soll unsere Gesellschaft eigentlich sein, so was wollen wir fördern.
00:46:43: Was wollen wir nicht fördern und dann quasi systematisch das System so bauen dass das dann funktioniert.
00:46:49: Das ist aber natürlich ein unglaublich großer Schritt.
00:46:52: Ja
00:46:52: genau, also du barattest auf jeden Fall verschiedene Stellschrauben.
00:46:55: jetzt hast du quasi schon skizziert was du als Wirtschaftsministerin tun würdest um als Europa so ein bisschen die Kehrtwende zu bekommen.
00:47:03: letzte Frage an dich wenn wir uns jetzt zwei tausendfünfe und dreißig wieder treffen würden?
00:47:09: An welchen Aspekten würdest du erkennen dass Deutschland bzw.
00:47:14: Europa sagen wir mal, es doch geschafft hat aus der textilen Abhängigkeit gegenüber anderen Ländern und Kontinenten rauszukommen.
00:47:27: Ja ich finde das gerade so krass, weil man ist echt in so einer... also wahrscheinlich auch das erste Mal so richtig bewusst in Deutschland kann ich mir vorstellen Ich glaube, vor ein paar Jahren, wenn man da die Frage stellt hätte in zehn Jahren dann wäre es immer, es wird alles besser.
00:47:46: Es wird alles cooler und alles toller.
00:47:49: Und ich finde das sind das erste Mal an einem Punkt wo man sagen muss wie viel schlechter würde sein wohl sein?
00:47:55: Also ich find's schon ganz schön krass irgendwie so die bisschen fehlender Ausblick, fehlende Perspektive.
00:48:04: aber um dem jetzt ganz bewusst entgegen zu steuern... Also ich glaube schon, dass Europa etwas im Kern hat.
00:48:16: Was toll wäre wenn wir uns das erhalten könnten.
00:48:18: Es geht ein bisschen weiter als diese Textilindustrie.
00:48:20: also es geht schon um ein gewisses Miteinander, um eine gewisse Gestaltung von Gesellschaft und ein sehr soziales Miteinander.
00:48:28: Wenn du in andere Länder schaust dann sehen wir jetzt einfach USA als Beispiel.
00:48:32: Das ist ein sehr viel weniger soziales System.
00:48:36: Natürlich ist es ein sehr viel mehr, jeder jede für sich und also du bist für dein Glück selbst verantwortlich.
00:48:42: Und wenn wenn Du halt Pech hast dann hast was mit Pech?
00:48:43: so?
00:48:44: das ist nicht unsere Verantwortung als gesellschaftlich um hiermit zu tragen.
00:48:47: Ich finde wir haben Grundsteine in unseren Gesellschaften jetzt auch in Deutschland in einem sozialen System die ganz wunderbar sind.
00:48:54: So und ich würde immer vielmehr also auch so auch bei Wildling auch so was ist denn unser Ziel?
00:49:00: Wo wollen wir denn eigentlich hin?
00:49:01: Also ich fände es total cool Wir würden mal vom ziel aus kommen.
00:49:05: Was haben wir gerade?
00:49:07: Und vor allen Dingen auch immer dieses, was können wir grade nicht.
00:49:09: Was ist grad alles schlecht?
00:49:11: Was geht sowieso nicht?
00:49:12: Also auch immer das nirgend direkt um wie alles schlecht drehen soll und einfach mal sagen, was für eine Gesellschaft wollen wir denn haben?
00:49:17: Zwarzigfünfdreißig oder von mir aus fünfvierzig?
00:49:20: Ja also lassen wir ein bisschen mehr Zeit geben wieder hinzukommen.
00:49:22: Wie sollen unsere Städte aussehen?
00:49:23: Wie sollen so miteinander aussehen?
00:49:24: welche Produkte wollen wir konsumieren?
00:49:26: Was brauchen wir auch alles nicht?
00:49:28: Wir sind ja auch gerade... Auf der einen Seite irgendwie so erdrückt von all diesen Konsum, von diesem Massen, von dem ganzen Quatsch den man eigentlich gar nicht braucht und den man aber so wenig irgendwie fernhalten kann aus dem Leben.
00:49:40: So einfach mal zu besinnen auf was macht dein Leben lebenswert?
00:49:43: Was macht denn unser gesellschaftliches Miteinander lebenswärts?
00:49:47: wie soll das sein?
00:49:47: Wie soll eine Stadt aussehen?
00:49:50: Wie wollen wir unsere Freizeit verbringen?
00:49:51: Welche Art von Produkten wollen wir konsumieren und welche nicht.
00:49:55: Und dann kannst du ja quasi passend dazusagen, okay, da muss eine Textilwirtschaft zum Beispiel diesen Demand erfüllen.
00:50:02: So!
00:50:02: Wir brauchen nicht zwanzig T-Shirts.
00:50:04: Kein Mensch braucht zwanzigt T-shirts wenn ich drei tolle T- Shirts habe oder von mir aus fünf die super gut halten.
00:50:11: Also es ist einfach so dieses... mehr wieder hin zu, was ist eine tolle Qualität?
00:50:17: Also wir haben super viele Naturstoffe in unseren Schuhen weil sich das einfach viel besser anfühlt als Plastik.
00:50:22: So wenn jemand einmal irgendwie einen Kashmir-Pullover getragen hat und ja den gibt es auch nachhaltig muss man auch ein bisschen darauf achten, wo kommt's eigentlich her?
00:50:29: aber so dann will man eigentlich auch keinen Plastikkollover immer tragen.
00:50:33: Voll!
00:50:34: Also einfach dieses Last uns doch mal gucken... Was ist echter Luxus und wie können wir uns das erhalten?
00:50:42: Also was ist echte Qualität?
00:50:44: Und was ist echtes Wohlbefinden und dann eher darauf konzentrieren.
00:50:50: Ja, also nun, ich glaube dafür könnte man schon eine...also auch ein europäischer Textilindustrie aufbauen die genau das bedienen kann.
00:50:58: So vielleicht ein bisschen autarker auch von diesem Einfluss von Masse.
00:51:03: Menge mehr Kannst du nach sechs, also ist super billig.
00:51:06: Weißt du so ein Temu-Mentalität?
00:51:08: Mega billig kannst du kaufen.
00:51:10: Weißte jetzt schon, kannst du in zwei Wochen wieder wegschmeißen.
00:51:12: Davon mal weg weil das macht ja keinen Spaß.
00:51:15: Es ist anstrengend auch!
00:51:16: Ich bin extrem anstrendend.
00:51:18: Wir sind jetzt gerade mitten im Umzug und ich sortiere so viele Sachen aus... und verschenke sie oder packt sie in die flowmark box.
00:51:26: Oder wir haben hier so ein tauschregal in der nachbarschaft, dann lege ich halt immer wieder was rein und sehe irgendjemand nimmt es mit!
00:51:32: So...und da hat eine Person Freude dran Und für mich ist das einfach so viel Ballast der abfällt weil ich merke Wir haben nicht viel zeug also wir sind überhaupt gar nicht so dass wir viel Zeug haben.
00:51:43: aber trotzdem ist es zu viel Unnötiges und es fühlt sich viel besser an einfach mal wirklich die dinge zu haben Die man nutzt und die man braucht, an dem man Freude hat.
00:51:53: Und alles andere kann weg!
00:51:55: Braucht man nicht!
00:51:58: Insofern vielen Dank.
00:51:59: und dann geht es natürlich auch darum den Luxus für alle oder viele Menschen zugänglich zu machen im Rahmen einer vernünftigen Besteuerung.
00:52:09: Anna, ich fand es total spannend mit dir zu sprechen und das Thema Textilien nochmal aus einer anderen Perspektive aufzurollen.
00:52:17: Fand ich total gut!
00:52:19: Wir packen wie gesagt alle Infos rund um euch, rund um die Marke Wildling auch noch mal in die Show Notes.
00:52:25: Das heißt wenn ihr euch da einmal durch die Produkte klicken wollt, dann könnt ihr das sehr gerne tun.
00:52:30: Wenn euch die Podcast-Folge gefallen hat, dann schreibt uns gerne, schreibt es gerne in die Kommentare eure Perspektiven, euren Ansichten.
00:52:36: freue mich drauf.
00:52:38: Und ansonsten würde Wir hören uns in zwei Wochen wieder.
00:52:41: Danke fürs Einschalten, danke fürs Zuhören und bis bald!
00:52:45: Tschüss Anna, tschüß liebe Zuhörenden!
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