NS-Zeit: Wer waren Hitlers Kindertäter, Frank Bajohr?
Kinder und Jugendliche gelten in der Erinnerung an die NS-Zeit meist als Opfer. Doch der Historiker Frank Bajohr zeigt in seiner aktuellen Forschung eine andere, lange übersehene Seite: Viele junge Menschen waren nicht nur Zuschauende, sondern aktive Akteure antisemitischer Gewalt. Sie beschimpften, demütigten und attackierten jüdische Mitschüler, beteiligten sich an Boykotten, verwüsteten Synagogen und Friedhöfe und wirkten am Novemberpogrom 1938 mit.
Im Gespräch erklärt Bajohr, wie das NS-Regime Kinder und Jugendliche für seine Ideologie gewann, welche Rolle Gruppendruck, Propaganda und das Versprechen von Zugehörigkeit spielten – und warum die Erinnerung an die „unschuldige Jugend“ oft zu kurz greift.
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